Ausbildungskonzept

Fassung: März 2012

Ausbildungskonzept des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, Oldenburg in Holstein

Allgemeines

An des Freiherr-vom-Stein-Gymnasium werden in unterschiedlichen Fächern Lehrkräfte ausgebildet, die ihr Studium abgeschlossen haben und das zweite Staatsexamen anstreben. Die Ausbildungslehrkräfte (Mentoren) unserer Schule möchten in einem intensiven Arbeitsprozess ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die jungen Lehrkräfte weitergeben. Die Schulleitung sorgt für eine geeignete organisatorische Struktur, damit die beteiligten Personen effektiv arbeiten und gut kooperieren können.
Als rechtliche Grundlage für die Ausbildung dient die Landesverordnung über die Ordnung des Vorbereitungsdienstes und die zweite Staatsprüfung der Lehrkräfte (APO II) vom 24. Juni 2011.

Rahmenbedingungen

Der Vorbereitungsdienst erstreckt sich über 18 Monate, also drei Schulhalbjahre. Die auszubildenden Lehrkräfte unterrichten in ihren beiden Fächern insgesamt zehn Wochenstunden eigenverantwortlich. Die Mentoren besuchen diesen Unterricht regelmäßig. Umgekehrt nehmen die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiVs) am Unterricht ihrer Mentoren teil und unterrichten dort unter Anleitung. Zudem hospitieren sie bei den Mentoren oder anderen Lehrkräften, um sich ein breites pädagogisches Spektrum zu verschaffen. Bei der Gestaltung der Stundenpläne wird darauf geachtet, dass die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst den Fachunterricht in Unter-, Mittel- und Oberstufe möglichst im Kontext geschlossener Unterrichtseinheiten kennen lernen können. In der Regel wird ihnen Hospitationsunterricht im Umfang von vier (zwei pro Fach) Wochenstunden angeboten.

Die Studienleiter des IQSH besuchen im Laufe der Ausbildungszeit vier Mal pro Fach die Auszubildenden zur Unterrichtsberatung. Darüber hinaus erfolgt bei zwei Unterrichtsbesuchen eine pädagogische Beratung durch den Studienleiter für Pädagogik. Die Seminargruppe trifft sich zur Unterrichtsbeobachtung und -reflexion dreimal im Laufe der Ausbildungszeit bei allen Lehrkräften im Vorbereitungsdienst.

Neben solchen meist schulinternen Ausbildungselementen stehen den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst eine Reihe von überregionalen Modulen zur Verfügung, in denen sie sich weiterbilden. Der Besuch entsprechender Veranstaltungen erfolgt am Mittwoch, einem Wochentag, der für sie unterrichtsfrei ist.

In der ersten Ausbildungsphase wird den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst der Einblick in eine örtliche Grundschule ermöglicht. Für zwei bis drei Tage werden sie zur Hospitation in einer 4. Klasse freigestellt.
Innerhalb des Kollegiums gelten die auszubildenden Lehrkräfte als vollwertige Mitglieder. Sie unterstehen dem Schulleiter. In Lehrer- und Fachkonferenzen haben sie volles Stimmrecht.

Aufgabenverteilung

Schulleiter und Ausbildungskoordinator
Der Schulleiter stellt sicher, dass die schon genannten Rahmenbedingungen organisatorischer Art geschaffen werden. Er evaluiert die innerschulische Ausbildungssituation und trägt zu ihrer Weiterentwicklung bei. Er steht im Erfahrungsaustausch mit anderen Ausbildungsschulen.
Am Beginn der Ausbildung bietet er den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst eine umfassende Einführung in die speziellen Gegebenheiten unserer Schule. Er besucht den Unterricht der jungen Lehrkräfte immer wieder, um sich ein Bild von der Ausbildungsentwicklung zu machen, und führt regelmäßig Gespräche mit ihnen und den Mentoren. Am Ende des Vorbereitungsdienstes erfolgt eine dienstliche Beurteilung durch den Schulleiter. Er teilt die Kriterien, nach denen er die Beurteilung vornimmt, frühzeitig den auszubildenden Lehrkräften mit.

Aufgaben der Ausbildungslehrkräfte
Die Mentoren haben die Aufgabe, die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst bei der Bildungs- und Erziehungsarbeit anzuleiten, zu beraten und zu unterstützen. Hierzu bedarf es besonders in der Anfangsphase gründlicher Vorbesprechungen und Nachbereitungen des Unterrichts. Am Beginn der Ausbildung und nach sechs Monaten führen die Mentoren mit den Auszubildenden Orientierungsgespräche über den Stand und die weitere Gestaltung des Vorbereitungsdienstes. Für alle Semester legen sie einen Ausbildungsplan fest, der verschiedene Schwerpunkte setzt. Am Ende jedes Semesters reflektieren Mentor und Lehrkraft in Ausbildung gemeinsam den erreichten Ausbildungsfortschritt.
Die Mentoren haben das Recht und die Aufgabe, den eigenverantwortlichen Unterricht der jungen Lehrkräfte zu beobachten. In der Regel hospitieren sie diesen zwei Stunden pro Woche. Den Unterrichtsverlauf besprechen sie sorgfältig mit Ihnen. Sie unterstützen die Lehrkräfte in Ausbildung bei der längerfristigen Planung und Durchführung eines anspruchsvollen und für die Schüler nachhaltig wirkenden Unterrichts. Schwerpunktmäßig kümmern sie sich um die fachliche und methodische Unterrichtsgestaltung. Sie informieren die Lehrkräfte in Ausbildung aber auch über die schulischen Gesamtabläufe und die Aufgabenverteilung innerhalb des Kollegiums.

Aufgaben der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst
Die Lehrkräfte in Ausbildung nehmen ihre Arbeit engagiert und selbstständig in Angriff. Sie informieren sich über die Lehrpläne und bemühen sich um ihre fachliche Weiterbildung. Das durch Schulleitung, Kollegium und Ausbildungslehrkräfte angebotene Informationspotential versuchen sie möglichst effektiv auszuschöpfen. Sie verarbeiten die Gespräche und Beobachtungen und finden immer mehr zu ihrer eigenen Lehrerpersönlichkeit. Dies setzt den Mut zum Experiment ebenso voraus wie die Bereitschaft zur kritischen Selbstkorrektur.

Die konkreten wöchentlichen Aufgaben:

  • 10 Stunden eigenverantwortlicher Unterricht

  • In der Regel 1 Stunde Unterricht unter Anleitung im Fach A

  • In der Regel 1 Stunde Unterricht unter Anleitung im Fach B

    (Die Verteilung der unter Anleitung zu gebenden Unterrichtsstunden variiert in den einzelnen Wochen entsprechend den durchzuführenden Unterrichtseinheiten) 

  • Vor-und Nachbereitung des Unterrichts mit den Mentoren

  • Hospitationen bei Mentoren oder anderen Lehrkräften

  • Besuch der überregionalen Ausbildungsmodule

    Die längerfristigen Aufgaben:

  • Durchführung von 4 Unterrichtsversuchen pro Fach im Laufe der Ausbildungszeit

  • Durchführung von 2 Unterrichtsversuchen mit Besuch des Studienleiters der

    Pädagogik im Laufe der Ausbildungszeit

  • Drei Modultage mit der Seminargruppe an der eigenen Schule

  • Hospitation an einer örtlichen Grundschule

  • Erstellen eines Portfolios

  • Erstellung der schriftlichen Prüfungsarbeit zum zweiten Staatsexamen in einem der

    beiden Fächer

    Neben der pädagogischen Arbeit beschäftigen sich die Lehrkräfte in Ausbildung mit der schulischen Organisationsstruktur. Sie integrieren sich in das Kollegium, nehmen den Kontakt zu den Eltern auf und beteiligen sich an der innerschulischen Diskussion.

Dieses Ausbildungskonzept wurde von der Lehrerkonferenz (am 26.04.06) diskutiert und angenommen und von der Schulkonferenz (am 16.05.06) endgültig beschlossen. Mehrere Details wurden entsprechend den Änderungen der Prüfungsordnung vom 24.06.2011 aktualisiert. 

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Hier finden sie das Ausbildungskonzept der Freiherr-vom-Stein Schule Oldenburg in Holstein als PDF-Datei zum Download.